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EU-Qualitätsrahmen für Praktika

EU-Qualitätsrahmen für Praktika: Erfolgsmodell nicht aufs Spiel setzen!

Praktika sind ein wichtiges Instrument, um junge Menschen mit der Arbeitswelt vertraut zu machen – sie erleichtern ihnen den Einstieg ins Berufsleben. Angesichts der hohen Jugendarbeitslosigkeit sowie nicht existierender rechtlicher Regelungen in einigen EU-Staaten sind jedoch die sogenannten „freiwilligen Praktika“ – also solche, die nicht für den Zugang zu bestimmten Berufen bzw. im Rahmen einer Schul- oder Studienordnung vorgeschrieben sind – zum Gegenstand einer lebhaften politischen Debatte geworden. Dem dabei laut gewordenen Ruf nach stärkerer Regulierung ist die EU-Kommission im Dezember 2013 in Form eines Empfehlungsvorschlages zu einem „Qualitätsrahmen für Praktika“ nachgekommen. Ihre Initiative ist Teil des EU-Jugendbeschäftigungspakets und soll von den europäischen Arbeitsministern bis zum Sommer verabschiedet werden. Auch wenn die EU-Empfehlung rechtlich nicht verbindlich ist, schafft sie für die EU-Mitgliedstaaten politischen Druck, sie in nationales Recht umzusetzen.

EU will Mindeststandards für freiwillige Praktika festschreiben
Mit dem Qualitätsrahmen will die EU sicherstellen, dass europaweit die wichtigsten Aspekte des Praktikums in einer schriftlichen Vereinbarung fixiert werden. Dazu zählen neben den Lernzielen und Arbeitsbedingungen auch eine mögliche Vergütung, die Rechte und Pflichten der Beteiligten sowie die Praktikumsdauer. So sollen Unternehmen bereits in der Stellenausschreibung angeben, ob es sich um ein bezahltes Praktikum handelt. Die Dauer freiwilliger Praktika soll in der Regel auf sechs Monate begrenzt werden; im Anschluss soll der Betrieb ein qualifiziertes Zeugnis ausstellen.

Mehr Bürokratie führt zu weniger Praktikumsplätzen
Ein Ziel des Qualitätsrahmens ist es, möglichen Missbrauch zu verhindern. Dafür gibt es in Deutschland bereits ausreichende gesetzliche Regelungen, zum Beispiel im Berufsbildungsgesetz (BBiG). Weitere rechtliche Vorgaben in Deutschland sieht der DIHK kritisch: Sind die formalen Anforderungen zu hoch, besteht die Gefahr, dass insbesondere kleine und mittelständische Firmen ihr Angebot zumindest reduzieren. Ein „Mehr“ an Bürokratie könnte somit gleichbedeutend mit einem „Weniger“ an Praktikumsplätzen sein – das kann niemand wollen!
Fachkräftesicherung unterstützen
Häufig wird bei der nationalen Umsetzung von Brüsseler Rechtsakten noch kräftig „draufgelegt“ – und dadurch zusätzlich an der Bürokratie-Schraube gedreht. Auch für freiwillige Praktika wäre ein „Aufsatteln“ zu befürchten, zum Beispiel in Form eines Mindestlohns. Weniger Praktikumsplätze in Deutschland wären die Folge. Die Zeche zahlen dann diejenigen, die gerne am Arbeitsmarkt Fuß fassen würden: Eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung hat gezeigt, dass von 2006 bis 2010 jährlich zwischen 140.000 und 150.000 Praktikanten von den Betrieben in ein reguläres Arbeitsverhältnis übernommen wurden. Insbesondere für Kleinbetriebe sowie für den Handel- und Dienstleistungssektor leisten Praktika einen wertvollen Beitrag zur Fachkräftesicherung. Auch der berufliche Wiedereinstieg gelingt nach einer Phase der Nichtbeschäftigung deutlich besser, wenn zuvor ein Praktikum absolviert wurde.

Praktika: Auf rigide rechtliche Vorgaben und Mindestlohn verzichten
Grundsätzlich ist der von der EU-Kommission vorgeschlagene Qualitätsrahmen flexibel und pragmatisch genug, um funktionierenden Praktikumssystemen wie dem in Deutschland keine Steine in den Weg zu legen. Bleiben Praktika weiterhin auch für Unternehmen attraktiv, kann ein europaweiter Qualitätsrahmen die Firmen durchaus noch stärker dazu ermutigen, mehr hochwertige Praktikumsplätze anzubieten. Daher müssen die EU-Arbeits- und Sozialminister bei der endgültigen Beschlussfassung des Qualitätsrahmens unbedingt von einer Verschärfung absehen. Und speziell für Deutschland muss gelten: Um der jungen Generation den Weg in eine gute Zukunft am Arbeitsmarkt zu erhalten, müssen auch freiwillige Praktika vom geplanten Mindestlohn ausgenommen werden.

 

Koalitionsvertrag 2013

 

der Koalitionsvertrag steht und darin sind natürlich auch wieder einige interessante Steuerpläne enthalten, die auch uns – Anlagenbuchhalter/-innen – interessieren dürften. Bislang gibt es zwar noch nicht viel Konkretes, aber das werde ich Ihnen nach und nach zur Verfügung stellen. Hier zunächst einmal ein kurzer Überblick:

Auch wenn Einiges noch recht unkonkret bleibt, lassen sich dem Koalitionsvertrag doch schon einige interessante Maßnahmen entnehmen, auf die sich die Steuerpflichtigen und ihre Berater einstellen müssen.

Die wesentlichen steuerlichen Maßnahmen finden sich im Abschnitt "Solide Finanzen":

Im Bereich der Lohnsteuer ist geplant, die Akzeptanz des Faktorverfahrens für Ehegatten zu stärken, indem der Faktor nicht mehr jährlich, sondern für mehrere Jahre festgelegt wird. Er wird nur dann noch geändert, wenn sich die Einkünfte bzw. die Einkünfteverteilung in nicht nur geringem Ausmaß ändern. Zudem sollen die Länder das Faktorverfahren durch geeignete Maßnahmen der Steuerverwaltungen bekannter machen.

https://aka-cdn.adtech.de/apps/386/Ad7750018St3Sz170Sq102645076V1Id1/ein-pixel.gifDie künftige steuerliche Behandlung von Veräußerungsgewinnen aus Streubesitz soll im Rahmen einer grundlegenden Reform der Investmentbesteuerung erneut ergebnisoffen diskutiert werden. Insbesondere bei Business Angels und Startups sollen besondere Belastungseffekte vermieden werden, wenn sich der Investor von seinem Engagement trennt.

Das Unternehmenssteuerrecht in der EU soll besser abgestimmt werden. Ausgangspunkt bilden dabei die Arbeiten für eine gemeinsame Körperschaftsteuer-Bemessungsgrundlage.

Im Umwandlungssteuerrecht will man verhindern, dass der Anteilstausch und Umwandlungen mit finanziellen Gegenleistungen systemwidrig steuerfrei gestaltet werden können. Bei der Kombination aus Anteilstausch und Zuzahlung soll ggf. die Zuzahlung quotal beschränkt, aber nicht gänzlich ausgeschlossen werden.

Zur Gewerbesteuer wird lediglich ausgeführt, dass man auf der Basis des geltenden Rechts für die kommenden Jahre Planungssicherheit erreichen will. Mit einer wirklichen Reform ist demnach wohl nicht zu rechnen.

Nicht mehr enthaltene Maßnahmen:

Diskutiert wurde, die Luftverkehrssteuer in der neuen Legislaturperiode abzuschaffen, ohne jedoch die Erhöhung der Investitionsmittel für die Infrastruktur zu gefährden. Dieser Plan ist im endgültigen Vertrag nicht mehr enthalten.

Gleiches gilt für den Vorschlag, die Abschreibungsmöglichkeiten für Software zu verbessern.

Ebenfalls entfallen ist die steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung, die im 3. Entwurf des Vertrags noch enthalten war. Dieses Vorhaben war bereits in der letzten Legislaturperiode im Bundesrat gescheitert.

Bei der Erbschaftsteuer und der Grundsteuer bleibt der Koalitionsvertrag sehr vage. Konkreter wird es dafür bei den anderen Maßnahmen, die nachfolgend dargestellt werden.

Bei der Erbschaftsteuer bleibt der Koalitionsvertrag sehr allgemein. Man erfährt lediglich, dass sie den Ländern als wichtige Einnahmequelle erhalten bleiben soll. An anderer Stelle wird noch die Aussage getroffen, dass man ein verfassungsfestes und mittelstandsfreundlich ausgestaltetes Erbschafts- und Schenkungsteuerrecht anstrebt, das einen steuerlichen Ausnahmetatbestand bei Erhalt von Arbeitsplätzen vorsieht. Mehr Klarheit wird es wohl erst nach der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zum Erbschaftsteuerrecht geben.

Ähnlich vage sind die Aussagen zur Grundsteuer; sie soll unter Beibehaltung des Hebesatzrechtes für die Kommunen zeitnah modernisiert werden.

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Weitere Maßnahmen:

Die künftige Bundesregierung will die Arbeiten für die nationale Verhandlungsgrundlage für Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) fortsetzen. Zur Verhinderung doppelter Nichtbesteuerung (sog. weiße Einkünfte) werden weiterhin entsprechende Klauseln in den DBAs verhandelt und in der Zwischenzeit diese Grundsätze in nationalen Regelungen abgesichert.

Eine umsatzsteuerliche Belastung kommunaler Beistandsleistungen wird abgelehnt. Die Koalition will sich EU-rechtlich für eine umfassende Freistellung solcher Leistungen von der Umsatzsteuer einsetzen.

Bei der Abgabenerhebung beim grenzüberschreitenden Warenverkehr sollen die Rahmenbedingungen für eine Stärkung IT-gestützter Risikoanalysen verbessert werden, um die Belastungen für Reisende zu reduzieren und die Kontrollen effizienter und zielgerichteter ausführen zu können.

Die Familienkassen des Bundes sollen bei der Bundesagentur für Arbeit konzentriert werden.

 

AK IRL informiert über Sachanlagen nach IAS/IFRS

Der Arbeitskreis Internationale Rechnungslegung des BVBC-Landesverband Baden-Württemberg informierte bei seinem BVBC-Treff am Abend des 19.06.2013 über die Bewertung und Bilanzierung von Sachanlagen nach IAS 16, IAS 36, IAS 40 und IFRS 5. Eberhard Grötzner, Leiter des Arbeitskreises begrüßte neben zahlreichen Teilnehmern den Referenten Uwe Jüttner, Präsident der EMAA – European Management Accountants Association.

Jüttner erklärte zunächst die Zusammensetzung der Anschaffungs- und Herstellungskosten nach IAS 16 im Vergleich zum Handels- und Steuerrecht. Insbesondere bei den Rückbau- und Rekultivierungsverpflichtungen sind erhebliche Unterschiede feststellbar. Besonderheiten sind bei der Anwendung des Komponentenansatzes nach IFRS zu beachten. Während im Handels- und Steuerrecht die Unternehmen zumeist nur eine Aufteilung nach Gebäude und Betriebsvorrichtungen vornehmen, geht diese im IFRS noch deutlich weiter. So werden insbesondere Gebäude und Großanlagen in ihre wesentlichen Komponenten „atomisiert“ und bei einer unterschiedlichen Nutzungsdauer dann auch separat aktiviert und abgeschrieben. Das führt dazu, dass Teilkomponenten dann früher abgeschrieben sind und bei deren Austausch nicht als Ersatz in den Aufwand gebucht werden, sondern eine Neuaktivierung und eine erneute Abschreibung über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer erfolgt. So wird häufig auch verfahren, wenn bei Großanlagen regelmäßige Großinspektionen, bzw. Generalüberholungen anstehen. Hierfür wird gleich bei der Anschaffung oder Herstellung ein eigener Unternummernstammsatz angelegt und die Kosten der Großinspektion werden separat abgeschrieben. Wenn dann die Inspektion ausgeführt wird, ist die Unternummer bereits abgeschrieben und die dann tatsächlich entstehenden Kosten werden erneut aktiviert und über den Zeitraum bis zur nächsten Inspektion abgeschrieben.

Jüttner erläuterte danach das Anschaffungskosten- und das Neubewertungsmodell bei der Bewertung der Sachanlagen. Er ging weiterhin auf die Darstellung von Anlagenimmobilien nach IAS 40 und „Discontinued Operations and assets held for sale“ nach IFRS 5 näher ein. Grötzner dankte Jüttner für den sehr interessanten und praxisbezogenen Fachvortrag, aus dem die Teilnehmer sicherlich einen hohen Nutzen gezogen haben.

Nach der Pause erfolgte ein kurzer Überblick über aktuelle Neuerungen im Bereich der IFRS. Von besonderer Bedeutung war hier im aktuellen Quartal die Veröffentlichung des 2. Exposure Draft zum Thema Bilanzierung von Leasing-Verträgen. Es wird davon ausgegangen, dass dieser Vorschlag letztlich von beiden Standardsettern (IASB und FASB) umgesetzt werden wird, und dann zu einer deutlichen Veränderung der gängigen Praxis in diesem Segment führen wird. Insbesondere der sogenannte Off-Balance Ansatz beim Leasinggeber dürfte dann der Vergangenheit angehören.

Nach einem Überblick über den aktuellen Stand der EU-Dorsements (Status der EFRAG-Homepage vom 30. Mai) übergab der AK-Leiter das Wort an Heiko Gomer, der von der Mitgliederversammlung im Rahmen der ReWeCo am 25. Mai in Bad Soden berichtete. Den Ausführungen war zu entnehmen, dass die nochmals gesunkene Mitgliederzahl des BVBC, sowie die Veränderungen im LV Sachsen zu kontroversen Diskussionen geführt haben.

AK-Leiter Grötzner lud am Ende der Veranstaltung zum nächsten AK-Treffen am 25. September 2013 wiederum ins Commundo-Tagungshotel nach Stuttgart-Vaihingen ein. An diesem Abend wird es erstmalig einen gemeinsamen Termin des AK IRL und des AK Business English geben. Die Runde wird in einem englischsprachigen Rollenspiel eine Bilanz-Pressekonferenz der SAP AG abhalten, wobei neben den Hauptrollen CEO und CFO insbesondere Shareholder und Journalisten die Möglichkeit für kritische Fragen haben werden. Zur Einstimmung auf das Rollenspiel wird es einen deutsch-englischen Überblick über wichtige Begriffe aus der Internationalen Rechnungslegung geben, damit insbesondere die mit dieser Thematik nicht ganz so vertrauten Teilnehmer des AK Business Englisch optimal auf das Thema vorbereitet werden.

Um 21.30 Uhr beschloss AK-Leiter Grötzner den Abend, händigte jedem Teilnehmer die Bescheinigung für die EMA-Rezertifizierung aus und wünschte allseits eine angenehme Heimreise.

 

Eberhard Grötzner und Uwe Jüttner

Seminarangebot

Das Präsidium des europäischen Fachverbandes EMAA hat sich das Ziel gesetzt,
Ihren und unseren Verband international bekannter zu machen. Dies erfolgt durch diverse Veröffentlichungen, Presseartikeln und jetzt auch neu, durch eigene Seminarangebote.

Dabei wollen wir nach Möglichkeit nicht in Konkurrenz zu den Seminaren der einzelnen Mitgliedsländer (BVBC, BÖB, SU) und Landesclubs tätig werden, sondern neue, vor allem internationale Themen anbieten.

Die ersten Seminare werden wir mit Fachreferenten aus den eigenen Reihen besetzen. Wenn wir dann "Fuß gefasst haben", sollen auch international renommierte Fachkräfte eingebunden werden. Unsere guten Kontakte zu diversen Universitäten und Hochschulen in allen Mitgliedsländern werden uns dabei sicherlich helfen. Die Seminarthemen werden aus dem Umfeld der internationalen Rechnungslegung, internationales Steuerrecht, Bilanzierung in anderen europäischen Ländern, Leasing, Management-Systeme und Persönlichkeitsentwicklung kommen. Den Anfang macht die Umsatzsteuer innerhalb der EU, gefolgt von Fragen der Bilanzierung des Anlagevermögens in Österreich und Deutschland sowie einer Veranstaltung zur Business Knigge.

Unterstützen Sie uns durch Ihre Teilnahme, aber auch durch die Weiterempfehlung der Seminare. Wir freuen uns auf jeden Fall über Ihren Besuch.